Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Forum Legal Gender Studies

Das Forum Legal Gender Studies ist seit dem Wintersemester 2015/2016 eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe am juristischen Bereich. Als Initative von Student*innen und Mitarbeiter*innen ist es den Initiator*innen ein Anliegen, das Verhältnis von Recht und Geschlechterverhältnissen aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven zu betrachten. Diese Perspektive von Legal Gender Studies und feministischer Rechtswissenschaft soll als inzwischen fester Bestandteil juristischer Auseinandersetzungen auch an der Uni Halle gestärkt werden. Wir laden alle Interessierten herzlich ein, unsere Veranstaltungen zu besuchen oder sich inhaltlich oder organisatorisch in die Gestaltung des Forums einzubringen!

BGH zur Elternschaft von Trans*personen

06.01.: Die RIchter*innen des BGH haben durch Beschluss entscheiden, dass eine Trans*frau nur "Vater", aber nicht "Mutter" sein kann, wenn das Kind mit dem konservierten Samen der Trans*frau gezeugt wurde. Das Transsexuellengesetz stelle sicher, dass den betroffenen Kindern trotz der rechtlichen Geschlechtsänderung rechtlich immer ein Vater und eine Mutter zugewiesen werden könne. Es stehe daher im Einklang mit dem Grundgesetz.

Der Beschluss zeigt deutlich auf, dass die Regelungen über die Elternschaft und das Transsexuellengesetz dringend reformbedürftig sind.

Vortrag: Die Verfolgungen von LGBTIQ* als Verbrechen im Völkerstrafrecht

06.01.: Katrin Kappler wird am Dienstag, den 9. Januar 2018, 18:15 Uhr im Medienraum (Mel) der Frage nachgehen, ob die Verfolgungen von LGBTIQ* als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) aufgearbeitet werden können.

Diskriminierungen und Verfolgungen von LGBTIQ* (lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex, queer) sind vielfältig: so sind etwa in mindestens 72 Staaten einverständliche homosexuelle Handlungen kriminalisiert, Trans*personen werden Opfer von Gewalttaten durch staatliche Stellen und inter*geschlechtliche Kinder müssen sich häufig schon als Säuglinge geschlechtsanpassenden Operationen unterziehen - und diese Aufzählung ist keineswegs abschließend. Im Statut des Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) wurde die Verfolgung wegen des Geschlechts nun erstmalig als Verbrechen gegen die Menschlichkeit kodifiziert. Der Vortrag geht der Frage nach, ob auch Verfolgungen von LGBTIQ* als Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem IStGH aufgearbeitet werden können.

Katrin Kappler promoviert am Lehrstuhl für Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht von Prof. Dr. Dirk Hanschel zum Thema "Die Verfolgungen wegen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität als Verbrechen gegen die Menschlichkeit", ist Mitbegründerin des Forum Legal Gender Studies und Rechtsreferendarin in Leipzig.

BVerfG urteilt zum dritten Geschlecht!

13.11.2017: Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass es für inter*geschlechtliche Personen eine Möglichkeit geben muss, ihr Geschlecht im Personenstandsrecht einzutragen. Bislang war es zwar möglich, gar kein Geschlecht einzutragen, eine Möglichkeit für inter*geschlechtliche Menschen, das Geschlecht positiv einzutragen, fehlte aber. Diese fehlende Möglichkeit ist nach Auffassung der Richter*innen eine Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts und eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts.

Der Gesetzgeber muss nun bis zum 31. Dezember 2018 eine Neuregelung treffen. Verfahren, in denen eine Person die Eintragung einer anderen Geschlechtsbezeichnung als männlich oder weiblich begehrt, müssen bis zur Neuregelung ausgesetzt werden.

Achtung: alle Änderungen im Überblick!

Achtung: alle Änderungen im Überblick!

Achtung: alle Änderungen im Überblick!

Hier findet ihr nochmal alle Änderungen des laufenden Semesters im Überblick. Weiter geht es wie geplant am 12.12.2017 mit dem Vortrag von Prof. Renzikowski zu der Bekämpfung von Menschenhandel und Zwangsprostitution im "Zuhälterparadies". Der Vortrag von Dr. Anja Schmidt wird am 23.01.2018 nachgeholt.

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